Höfe



Die gemeinsame Gestaltung, Nutzung und Pflege der Höfe gehört zum Kern des genossenschaftlichen Handelns. Die wohnnahen Freiräume zu gemeinschaftlichen Erlebnissphären zu gestalten, war ein wichtiges Motiv schon der Gründer unserer Genossenschaft. Inzwischen ist die Aufenthaltsqualität der Höfe aller unserer Bestände  erheblich verbessert worden. An allen Planungs- und Umbauprozessen nehmen unsere Mitglieder, aber auch einige Mieter aktiv teil.  Und da sich die Menschen und ihre Bedürfnisse mit der Zeit ändern, ist dies ein permanenter Prozess.
 

Die Gneisthöfe (südliche Gneiststraße) wurden bereits unmittelbar nach Abschluss der Sanierung des 1. Bauabschnitts im Jahre 2001 komplett umgestaltet. Vorher waren sie großflächig mit Beton versiegelt. Zwischen den Aufgängen waren Mauern gezogen. Die Mülltonnen waren entlang der Pflanzkante aufgereiht und mussten durch die denkmalgeschützten Hauseingänge treppauf und treppab gezogen werden. Jetzt sind alle Gneisthöfe miteinander verbunden, ein Spielplatz und ein Grillplatz sind zum Teil mit Mitteln des Initiativenfonds und der Mitglieder geschaffen worden. Viele Beete werden von den Bewohnern liebevoll und sehr individuell gepflegt.  Ein wichtiger Schritt zur Gewinnung von Fläche war der Erwerb eines Teils des Nachbargrundstücks. Dadurch erhielten die Gneisthöfe einen Zuweg, der auch der Müllentsorgung dient.
 



 

 

Die Pappelhöfe haben eine herausragende Besonderheit. Hier steht ein Gebäude, das seit 1911 die älteste KiTa Berlins, die „Knabenbewahranstalt“ beheimatet. Die Evangelische Gemeinde Gethsemane ist seit 1911  Betreiberin und feierte im Jahr 2007 den 175- jährigen Gründungstag der Einrichtung, die bei unseren Bewohnern sehr gut akzeptiert ist. Die Pappelhöfe unterliegen seit Beendigung der Gebäudesanierung im Jahre 2003 einer ständigen Gestaltung. In jedem Jahr werden neue Ideen zur besseren Nutzung und Verschönerung zwischen den Bewohnern kommuniziert und an den Vorstand herangetragen. So entstand in den letzten Jahren unsere Minigartenschau - ca. 15 Familien bewirtschaften je ca. 1 bis 2 m² Boden, pflanzen Blumen und Gemüse, Kräuter und Gräser -, ein kleiner Spielplatz, einige Sitzecken und Grillplätze. Zweimal im Jahr findet hier das Kindersommerkino statt. Auf den Dächern der Häuser um den Pappelhof befindet sich eine Solar-Strom-Anlage.

 


 

Die Schönhauser Höfe waren im Vergleich zu den beiden anderen klein. Die große Innenfläche dieses Blocks gehörte bis Juni 2015  unserem ehemaligen Nachbarn, dem Deutschen Bundeswehrverband e.V (BWV). Aber auch diese kleinen Höfe wurden sehr phantasievoll und entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Bewohner sehr unterschiedlich genutzt. Doch Ende 2014 trat der BWV an uns heran, ob wir den Hof erwerben wollten. Dazu gehört aber auch das Gebäude Schönhauser Allee 59. Um den Hof für die 170 Haushalte der umgebenden Häuser zu gewinnen, erwarb unsere Genossenschaft – auch mit großem finanziellem Einsatz der Mitglieder – 2015 die Immobilie mit dem Garten und öffnete in Absprache mit der Denkmalschutzbehörde die Mauer zu den kleinen Höfen. Seitdem ist der Hof für alle Anwohner zugänglich. In insgesamt drei Planungsworkshops und mehreren Arbeitseinsätzen gestalteten die Mitglieder die Fläche selbst, entsiegelten, pflanzten und steckten Nutzungsbereiche ab. „Fertig“ ist der Garten damit zwar nicht – wann ist ein Garten das schon? Aber er hat eine Form erreicht, die der grünen Oase, die sich viele Anwohner wünschen, schon näher kommt.

 
Der Bornitzhof in Lichtenberg wird seit dem Jahre 2006 Schritt für Schritt von den Bewohnern, vor allem den vielen hier lebenden Familien gestaltet. Die Nutzungsmöglichkeiten werden vielfältiger. Der Hof ist zum Glück so groß, dass es keine Flächenkonkurrenz gibt. Viele Nachbarn haben ihre eigene Sitzecke, die Kinder Spielflächen. Ein Weidenhaus, ein Naschgarten, eine befestigte Tanz- und Grillfläche, eine Tischtennisplatte und mehrere Wäschetrockner komplettieren den Hof.