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Die Pappelallee und die Pappeln

Die Pappelallee und Teile der Stahlheimer Straße sollen 2014 umgebaut werden. Geplant sind Radfahrstreifen, die getrennt von den Straßenbahngleisen geführt werden, barrierefreie Gehwege, die bauliche Anpassung zweier Tram-Haltestellen, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, die Neuordnung des ruhenden Verkehrs sowie diverser Leitungsbau. Diese verkehrlichen bzw. baulichen Ziele wurden mehrheitlich von der Bezirksverordnetenversammlung Pankow beschlossen und auch auf einer Bürgerversammlung im April 2013 erarbeitet.

 

Der Baumbestand

Soweit so gut. Aber nun stehen in der Pappelallee zum Teil großkronige Bäume, die im Sommer Schatten spenden und einen positiven Effekt für das Stadtklima haben. Insgesamt handelt es sich um zwei Rotdorne, 49 Eschen und zehn Pappeln. Eschen und Pappeln sind Flachwurzler. Ihre Wurzeln breiten sich in nur geringer Tiefe unter dem Gehwegpflaster und Straßenbelag aus und heben die Oberfläche an. So kommt es zu Gehwegplatten-Verwerfungen und Unebenheiten, die besonders für mobilitätseingeschränkte Menschen schwierig zu überwinden sind.

  

Baumgutachten soll für Klarheit sorgen

Um eine Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit den insgesamt 61 Bäumen zu haben, beauftragte das Bezirksamt nach einer Ausschreibung  einen  Baumgutachter. Dieser untersuchte die 61 betroffenen Straßenbäume und stellte fest, was unter unten angegebener Website nachgelesen werden kann. Auftrag war, „eine gutachterliche Stellungnahme zur Erhaltenswürdigkeit“ der Bäume anzufertigen. Das Ergebnis war ernüchternd. Es kam heraus, dass nur zehn Eschen bzw. Rotdorne eine Reststandzeit von mindestens 15 Jahren haben und für grundsätzlich erhaltenswert angesehen werden können, wenn sie entsprechend gepflegt werden. Der Gutachter empfiehlt darüber hinaus die Fällung aller Bäume aus wirtschaftlichen Erwägungen (überdurchschnittliche Pflegekosten, steigendes Versagensrisiko, hohe Rodungskosten) und die Neupflanzung von ca. 95 Straßenbäumen.

 

Exkurs: Gehören Pappeln in der Pappelallee?

Nein. Zu den urbanen Legenden im Umfeld der Bremer Höhe gehört die Behauptung, dass die Pappelallee nach den dort schon stehenden Pappeln benannt wurde und deshalb dort auch in Zukunft Pappeln hingehören. Doch ein Blick in die Geschichte ergibt ein anderes Bild: Vor 200 Jahren war die heutige Pappelallee ein Feldweg zu den Ländereien des Rittergutes Niederschönhausen. Die Straße wurde um 1826 durch Wilhelm Griebenow, dem sehr viele Ländereien im heutigen Helmholtz-Kiez gehörten, angelegt. Damals ging sie von der Schönhauser Allee bis zur Wisbyer Straße. 1906 wurde der Name des nördlichen Teils ab S-Bahn-Graben in Stahlheimer Straße umbenannt und die Hausnummerierung geändert.

 Bis 1906 hieß die Straße auf gesamter Länge bis zur Wisbyer Straße Pappelallee, und zwar wegen der räumlichen Nähe zum Platz der Einsamen Pappel, der sich auf der westlichen Seite der Schönhauser Allee – an der Topsstraße – befindet. Dort versammelte sich am 26.03.1848 das Volk, nachdem die  Märzrevolution entbrannt war. Erst in den 1960er-Jahren wurden einige Pappeln in der Pappelallee gepflanzt. Mit fatalen Folgen.  Genau diese Pappeln, vermutlich aus falschem Geschichtsverständnis gepflanzt, führten zu dem heutigen schlimmen Zustand des Gehwegs.

 

Einzelfallprüfung bewährt sich

Es handelt sich also um einen klassischen Zielkonflikt: Einerseits sollen die großen Straßenbäume so lange es geht stehen bleiben, andererseits sollen barrierefreie Wege und sicherer Radfahrstreifen angelegt werden. Das Bezirksamt veranstaltete im Oktober und November mehrere öffentliche Begehungen und Infostände, um über diesen Zielkonflikt zu informieren und Bürgermeinungen einzuholen. Dabei wurde verdeutlicht, dass Pappeln als Straßenbäume ungeeignet. Ihre Wurzeln drücken nicht nur in Berlin Gehwegplatten bzw. den Fahrbahnbelag nach oben. Das würden auch die Pappeln nach dem geplanten Umbau machen und spätestens nach 10 Jahren wären wieder Ausbesserungsarbeiten notwendig. Nachhaltig ist das nicht. Selbst Baumscheibenvergrößerungen würden nichts bringen, da die Wurzeln sich auf einen Radius von 10 m ausbreiten können. Zudem muss der Unterbau beim Umbau der Straße bis zu 60 cm aufgenommen werden. Da sich in diesem Bereich die Wurzeln befinden, wäre ihre Beschädigung unvermeidlich, was wiederum negative Auswirkungen auf die Standfestigkeit der Bäume hat.

Dennoch gibt es Spielräume. Straßenräumlich prägende Bäume könnten durch so genannte Starkbäume ersetzt werden, so beispielsweise auf Höhe der Kreuzung Pappelallee/Stargarder Straße. Zudem könnte unter Berücksichtigung der mit dem Umbau verfolgten verkehrlichen Ziele geprüft werden, ob beispielweise die drei Eschen im Bereich Pappelallee 60 bis 72 erhalten werden können, da in diesem Bereich wegen der bereits 2010 gebauten Haltestelle der Straßenbahn nicht gebaut werden muss.

 

Wie weiter? Baumscheiben vs. Parktaschen

Das Bezirksamt ist derzeit mit einer Einzelfallprüfung beschäftigt. Ziel ist es,  möglichst viele Bäume erhalten und je nach Standort möglichst unterschiedliche und große Baumsorten nachzupflanzen. Doch es bahnt sich schon der nächste Zielkonflikt an: Je mehr Bäume in der Pappelallee gepflanzt werden, desto weniger Kfz-Stellplätze wird es geben. Es bleibt also weiterhin spannend. Mehr Informationen gibt es zum Thema auf http://www.berlin.de/ba-pankow/verwaltung/tiefbau/pappelallee.html.

 

 

Baumpflanzungen 2012, Stand: 26.10.2012

Endlich: 200 Bäume sollen im Herbst 2012 in Pankow gepflanzt werden, der Startschuss fällt mit einem Pressetermin am 21. November 2012 um 11:30 Uhr vor der Gneiststraße 16 in 10437 Berlin. Die 114 an Wurzelfäule erkrankten und nur noch als Besen zurückgeschnittene Straßenbäume (Traubenkirschen) wurden in der 45. KW gefällt. Die B.I.R.D.S. hatte sich schon 2007 für den Erhalt dieser kranken Bäume eingesetzt (Kronenrückschnitt, regelmäßige Nachuntersuchungen wg. Wurzelstockfäule) und damit für einen Aufschub der Fällungen bis zu dem Zeitpunkt eingesetzt, bis Geld für Nachpflanzungen vorhanden ist. Mit den derzeitigen Pflanzungen in Pankow ist das Ziel der B.I.R.D.S. erreicht. Hier geht es zur Pressemitteilung der B.I.R.D.S. am 21.11.2012

 

Zum Hintergrund:

Wurzelstockfäule ist nicht zu sehen, erkrankte Bäume haben einen lebendigen Habitus. Hier ein paar Fotos von einer umgestürzten Traubenkirsche am 8.4.2011 in der Buchholzer Straße zur Veranschaulichung. Die Fäule ist im Wurzelstock ca. 30 cm unterhalb der Bodenkante, der Baum drehte sich aus den Wurzeln raus und fiel um. Es war nicht der einzige "Versagensfall" einer Traubenkirsche in Pankow. Die Autobesitzerin des beschädigten Autos hat übrigens den Bezirk auf Schadensersatz verklagt, weil sie eine Nichterfüllung der Verkehrssicherungspflicht vom Bezirksamt vermutet. Pressemitteilung vom 25.10.2012 vom Bezirksamt Pankow von Berlin

 

23./24. August 2012 

Hier die Einladung zum Baumseminar mit dem renommierten Baumgutachter Prof. Mattheck von Stadtrat Kirchner. Bei diesem Seminar geht es nicht nur um "Wissensvermittlung", sondern auch um "Verfahrensverabredungen" für den Umgang mit unseren Bäumen.

 

01. März 2012

Heute erschien die Strategie Stadtlandschaft Berlin, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Ein Blick in dieses 98 Seiten starke Dokument lohnt sich allemal!

 

02. Februar 2012

Noch immer wurden in der Buchholzer Straße keine Nachpflanzungen bzw. Ersatzpflanzungen für gefällte bzw. nicht nicht angewaschsene Bäume durchgeführt. Es wird wohl Zeit, dass wir wieder Aktionen durchführen müssen, um für den Erhalt des Stadtgrüns in unserem Wohnumfeld zu sorgen ...

 

24. August 2011

Schicksalstunde für Straßenbäume, 19.30 Uhr, BVV Saal, Fröbelstraße 17. Bürgermeister Köhne schreibt uns: "Über das weitere Vorgehen mit den perspektivisch zu fällenden Traubenkirschen hat der Arbeitskreis Traubenkirsche beraten und den Ausschuss für Umwelt und Natur der BVV über die Varianten informiert, so dass dieser Ausschuss in einer öffentlichen Sondersitzung am 24. August um 19.30 Uhr alle Interessierten einlädt. Dabei geht es nicht um akut gefährdete Bäume, wie denen, die jetzt gefällt werden oder wurden, sondern um die Perspektive der Bäume, die sich noch nicht in einem Wurzelfäulnisstadium befinden, die eine umgehende Fällung unausweichlich machen."

 

21. Juni 2011

Die Bürgerinitiative [B.I.R.D.S. ] protestiert gegen die pauschalen Kronenrückschnitte der Traubenkirschen in Pankow durch das AUN. Weder wurde die B.I.R.D.S. von dieser Radikalmaßnahme informiert, noch wurden die Untersuchungsergebnisse des Baumgutachters abgewartet und im Arbeitskreis Traubenkirsche analysiert. Am 8.7.2011 erhielten wir von Bürgermeister Köhne eine Liste mit zu fällenden Traubenkirschen. Darauf hin haben wir die neu dazugekommenen Fällkandidaten fotografiert: Alle hatten einen radikalen Kronenrückschnitt, obwohl sie als akute Gefahrenbäume klassifiziert wurden. Im ganzen Bezirk haben wir keine Traubenkirsche gefunden, die nicht zurückgeschnitten wurde. Hier geht es zur Fällliste vom 8.7.2011 und hier sind die Fotos vom 8.7.2011 von einigen der neu dazugekommenen Fällkandidaten.

 

5. Mai 2011
Bei der aktuellen Diskussion geht es wieder einmal um die Traubenkirschen, die als "vorhersehbare Gefahrenbäume" (Schadstufe orange) vom Baumgutachter Dengler eingestuft wurden. Es gibt im Prinzip zwei Handlungsoptionen: Entweder man untersucht alle 1-2 Jahre die Bäume, fällt nach und nach die "Gefahrenbäume" und schneidet die Kronen zurück (Untersuchung und Kronenschnitt kosten pro Baum um die 500 Euro), oder man fällt diese Bäume, legt Baumscheiben mit neuer Erde an und pflanzt neu (kostet pro Baum zwischen 1.000 und 1.200 Euro.) Mehr Informationen dazu im angehängten Protokoll. In Anbetracht der knappen Bezirkskasse scheint mit persönlich letztere Lösung nachhaltiger, da man nicht sicher sein kann, ob auch in den nächsten Jahren Gelder für Neupflanzungen vorhanden sind. 

Es gibt mehrere Kirschbaumarten in den Straßen des Prenzlauer Bergs, wobei die von Fällung bedrohten Traubenkirschen anders blühen als beispielsweise die Vogelkirschen, siehe Fotos. Die blühenden Traubenkirsche (prunus padus, Schloss Tiefurt) bilden traubenartige Knospen aus, die blühende Vogelkirschen (prunus avium) ähneln sehr den Obstkirschen. Da "nur" die Traubenkirsche von der Wurzelstockfäule betroffen ist, kann man davon ausgehen, dass die Kirschblüte auch in den nächsten Jahren in Prenzlauer Berg zu bewundern ist.

Hier noch kurz einige Hintergrundinformationen zur Wurzelstockfäule der Traubenkirsche:
Grundsätzlich ist es sehr schwierig, diese Fäule bei einem (noch) stehenden und lebendigen Baum zu diagnostizieren, da man nur schlecht in den Baum hineinschauen kann, ohne ihn zusätzlich zu verletzen. Äußerlich macht eine von Fäule betroffene Traubenkirsche einen vitalen Eindruck, was beispielsweise gut am umgestürzten Baum vor der Buchholzer Straße 8 zu sehen ist. Die oberirdische Resistographmessung im Stamm ergab, dass es nur eine "geringfügige Schädigung" durch Fäule gab (Schadstufe gelb). Die Wurzeln des Baumes sollten in dieser Woche freigelegt werden und der Wurzelstock mit einem Resistograph untersucht werden. Dazu kam es nicht mehr, wie bereits geschrieben, ging die Traubenkirsche während des Sturms am 8. April ab, die Stellungnahme des Gutachters Dengler hänge ich dieser E-Mail an. Fast der gesamte Wurzelstock war gleich einem im Erdreich eingegrabenen Holzpfahl weggefault. Eigentlich bedeutet das, dass der Wurzelbereich aller Traubenkirschen freigelegt und nachgeschaut werden müsste, ob Fäule im Wurzelstock vorhanden ist, was sehr aufwändig ist und den Baum in jedem Falle verletzt. Hier ein Foto von der Nachuntersuchung des am 13.4.2011 gefällten Baumstubbens vor der Buchholzer Straße 10-2. Eine hauchdünne Nadel bohrt sich in den Wurzelstock, dabei wird der Bohrwiderstand aufgezeichnet (hoher Widerstand = vitales Holz, geringer Widerstand mit hoher Wahrscheinlichkeit Fäule). Der Baum wurde auch in der 12. KW oberhalb des Bodenniveaus untersucht und mit "gelb" eingestuft (kein Gefahrenbaum mit geringer Fäule). Nach dem Sturm am 8. April hatte die Traubenkirsche eine erhebliche Schräglage, worauf das AUN sofort fällte.

Hartnäckig hält sich die Annahme, dass ein Baum Selbstheilungskräfte besitze. Das mag grundsätzlich stimmen, aber Holz, das faul ist, kann nicht wieder lebendig werden. Der Baum kompensiert vielmehr die faulen Stellen mit Zuwächsen, die aber im Fall der umgestürzten Traubenkirsche keine Auswirkung auf die Standfestigkeit im Wurzelstock hatten (deutlich ist der Zuwachs im unteren Stammbereich, genannt "Flaschenhals", zu erkennen). Leider.

Es zeigt sich, dass die Dinge nicht immer so einfach liegen, wie es auf den ersten Blick zu scheinen mag. Die B.I.R.D.S. hat deshalb größtmögliche Transparenz beim Umgang mit den Traubenkirschen angemahnt und sich einer meinungsbildenen Abstimmung zu den Fällungen im AK Traubenkirsche der Stimme enthalten, obwohl sich bis auf eine Rückmeldung alle anderen Rückmeldungen für eine Fällung der "vorhersehbaren Gefahrenbäume" mit anschließender Fällung ausgesprochen haben (Biss in den sauren Apfel).

Hinweis: Am 9. Juni 2011 um 19.30 Uhr soll im Umweltausschuss der BVV Pankow eine Beschlussvorlage hinsichtlich des weiteren Umgangs mit den Traubenkirschen erarbeitet werden. Auf einer der letzten BVV in dieser Legislaturperiode im August soll evtl. eine Beschlussvorlage verabschiedet werden.

 

 

 

 

Das war unsere Baumpflanzaktion am Sonnabend, den 8. November 2008 Gneiststraße 7 Ecke Greifenhagener Straße:

 

                       

 

                      

 

Mitgemacht haben:
- etliche Kinder der
- Nachbarn aus der Bremer Höhe und dem Kiez
- der Vorstand der WBG "Bremer Höhe" eG
- Norbert Pauser vom B.U.N.D.
- Brigitte Gehrke, Bauausführende Landschaftsarchitektin
- 2 Mitarbeiter von AUN Pankow

- Baumservice Hartmut Dummer
- Mitarbeiter der Fa. Blattwerk
- Andreas Otto (B90/Grüne), MdA
- Jens Holger Kirchner (B90/Grüne), Pankower Stadtrat für Öffentliche Ordnung
- Matthias Böttcher (SPD), Stellv. Umweltausschussvorsitzender der BVV Pankow
- Sabine Röhrbein (SPD), Fraktionsvorsitzende in der BVV Pankow
- Marco M. Müller, Betroffenenvertretung Helmholtzplatz
- Kerstin Stelmacher (Kiezgärten Schliemannstraße)

 

Unser Motto: "Gegen das Verschwinden der Bäume in Berlin - Für den Erhalt von Stadtgrün!"

 

Wir haben 5 Apfeldorne in der Gneiststraße gepflanzt und folgende Baumschutzmaßnahmen an insgesamt 15 Bestandsbäumen durchgeführt:

Boden der Baumscheiben gelockert, mit Lavalit (Granulat) aufgefüllt, die Bäume mit Baumschutzfarbe im Bereich des Querparkens markiert und Schilder mit der Aufschrift "Bitte nicht anfahren! Helfen Sie mit, Straßenbäume zu erhalten!" an die Bäume gehangen. Finanziert wurde die Pflanzaktion aus Spendenmitteln, die die B.I.R.D.S. (Bürgerinitiative "Rettet die Straßenbäume") seit Februar 2008 gesammelt hat (dank der Unterstützung durch den Bürgerverein Gleimviertel, der das Konto für die Sammelaktion zur Verfügung stellte), darüber hinaus sind Mittel aus dem Initiativenfonds der WBG "Bremer Höhe" eG und Ehrenamtsmittel des AUN Pankow geflossen. Mit diesen Geldern konnten die neu angelegten Baumscheiben mit Bodensububstrat aufgefüllt und mit fachmännisch verschulten Bäumen einschl. Baumschutz finanziert werden. Apfeldorne zeichnen sich durch Robustheit aus und eignen sich relativ gut als Stadtbäume, zumal in der Enge der Gneiststraße, wo sie relativ hohen Stress ausgesetzt sind. Die B.I.R.D.S. freut sich auch über die für November 2008 angekündigten Baumpflanzungen in der Greifenhagener und Buchholzer Straße.

 

 

 

 

 

Wer wir sind und was wir wollen 

Der sichtbare bzw. drohende Verlust von Stadtgrün im öffentlichen Raum mobilisierte im Herbst 2007 über 70 Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnungsbaugenossenschaft "Bremer Höhe" eG in Berlin-Prenzlauer Berg, eine Bürgerinitiative "Rettet die Straßenbäume" (B.I.R.D.S.) zu gründen. Die Arbeit der B.I.R.D.S. wird durch die Bereitstellung der Büroräume und Bürotechnik der Wohnungsbaugenossenschaft „Bremer Höhe” eG unterstützt.

 

Anlass war, dass allein 2007 mehr als 20 Straßenbäume im Quartier der WBG „Bremer Höhe” eG laut Amt für Umwelt und Naturschutz Pankow (AUN) aus Gründen der Verkehrssicherheit wegen erhöhter Umsturzgefahr gefällt werden mussten. Wegen der angespannten Haushaltslage des Bezirks Berlin-Pankow waren zum damaligen Zeitpunkt noch keine Neupflanzungen geplant. Die B.I.R.D.S. hat zum Ziel, gemeinsam mit dem Bürgerverein Gleimviertel e.V., dem zuständigen AUN Pankow und der Bezirksverordnetenversammlung ein Verfahren zu entwickeln, um Straßenbäume zu erhalten und wo dies nicht möglich ist, Neupflanzungen mittels Baumpatenschaft und Spendensammlungen zu ermöglichen. Im Frühjahr 2008 wurde der erste Baum von Anwohnern finanzierte Baum gepflanzt, weitere Pflanzungen erfolgten gemäß der Baumleitplanung am 8.11.2008 in der Gneiststraße.

 

Stadtgrün ist insbesondere in den stark verdichteten Stadträumen wie dem Prenzlauer Berg von großer Bedeutung. Denn Stadtbäume haben eine positive Auswirkung auf das Stadtklima, sie reduzieren die Feinstaubbelastung, produzieren Sauerstoff. Zudem erhöhen sie die Aufenthaltsqualität. Doch nicht nur das: Durch gemeinsame Spenden- und Baumpflanzaktionen wird der Zusammenhalt der Nachbarschaft im Kiez verstärkt, zudem kommt es zu einer positiven Identifizierung mit diesem. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine stabile Bewohnerstruktur und -durchmischung.

 

Hinsichtlich der Neupflanzungen folgen wir den Empfehlungen von Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke erstellten und vom AUN beauftragten Baumleitplanung für die Gneiststraße, Buchholzer Straße und Greifenhagener Straße. Auf der Sitzung des Baumgremiums am 1. Juli 2008 wurden die konkreten Straßenbaumnachpflanzungen für den Herbst 2008 festgelegt. Zur Pflanzzeit im Herbst 2008 hat das AUN Pankow 12 Apfeldorne und 3 Amurkirschen in der Buchholzer Straße und 5 Blumeneschen in der Greifenhagener Straße gepflanzt, danke!

 

Wer in Kontakt mit unser Bürgerinitiative treten will, schicke bitte eine E-Mail. Gern geben wir unsere Erfahrungen an andere Initiativen weiter, die sich für den Erhalt von Stadtgrün in Berlin und darüber hinaus einsetzen.

 

 

 

Der Fall Buchholzer Straße 22

Die Traubenkirsche Buchholzer 22-1

 

Im Kurzgutachten Dengler/Rinn (S. 16) vom 7.4.2008 wurde der Baum Buchholzer Straße 22-2 der "gelben Gefahrstufe" (geringes Fäuleausmaß, z. Zt. "kein Gefahrenbaum") zugeordnet. Doch wurde dieser Baum am 5. August 2008 gefällt. Frau Liebscher vom AUN Pankow gab in einem persönlichen Gespräch am Tag der Fällung an, dass dieser Baum ein typisches Beispiel für die Auswirkungen der Wurzelfäule sei. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Baum eine akute Schräglage, im Wurzelbereich konnte man bereits gerissene Wurzeln sehen. Es soll in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass sich zur Zeit dieser akuten Schräglage auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Buchholzer Straße 2) eine Baustelle befand und dass durch Bewohner der Bremer Höhe beobachtet wurde, wie Baufahrzeuge einige Wochen zuvor diesen Baum striffen (dies wurde dem AUN bereits am 30.06.2008 mitgeteilt, das Ordnungsamt hat ein Verfahren gegen den Bauherrn eingeleitet). Sollten die Schädigungen des Baumes und die damit verbundene Fällung durch Baufahrzeuge und nicht durch Wurzelstockfäule verursacht worden sein, sollte dies entsprechend geahndet werden. Sollte Frau Liebscher Recht behalten, ist das Ergebnis des Gutachtens vom 07.04.2008 zu hinterfragen. 

 

 

 

Am Morgen des 24. Juni 2008 stellten Bewohner der Bremer

Höhe an mehreren Bäumen Buchholzer Straße erhebliche Schäden fest. Ein Ast des Baumes Buchholzer Straße 22-2 war vollständig abgerissen, die Bruchstelle dillitantisch mit eine Säge beschnitten worden. Einen Zusammenhang mit der morgendlichen Lieferung von Baumaterialien wird vom Bauleiter der Buchholzer Straße 2 bestritten, obwohl Zeugenaussagen dies bestätigen. Dann das traurige Ende der Traubenkirsche vor der Buchholzer Straße 22-2 in Berlin-Prenzlauer Berg am 5. August 2008. Wurde der Baum vom AUN Pankow nun wegen Wurzelfäule oder doch wegen Schädigungen durch Baufahrzeuge gefällt? Am 11. September 2008 wurde uns mitgeteilt, dass das Verfahren gegen den Bauherrn der Baustelle Buchholzer Straße 2 eingestellt wurde, da dieser alles bestreitet. Hier das Schreiben des Ordnungsamtes.

 

 

 

  

   

Der Fall Milastraße

Frank Blumberg aus der Milastraße hat die Chronologie der Ereignisse um die Straßenbäume in der Milastraße hier zusammengefasst.

 

 

Wir bleiben dran und fordern:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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