Foto: Christian von Steffelin
Foto: Mandy Cyriax

Hobrechtsfelde in Panketal 

Hobrechtsfelde liegt nur einen Kilometer von der nördlichen Berliner Stadtgrenze entfernt und ist Teil der Gemeinde Panketal. 

Die unter Ensembledenkmalschutz stehende Landarbeitersiedlung entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Teil der Stadtgüteranlagen, die Berlin mit Nahrung versorgen sollten. Die Wohngebäude wurden unter dem stilistischem Einfluss der Gartenstadtbewegung gebaut, es gab eine Schule und ein Gemeinschaftshaus.

Bis 1990 war Hobrechtsfelde ein volkseigenes Gut, das hauptsächlich der Tierhaltung und -zucht diente. Mit der Wende kam die große Zäsur, die meisten Nutzgebäude wurden abgerissen, nur die Wohngebäude blieben, das Gemeinschaftshaus verfiel. Die HO-Verkaufsstelle schloss, das Lehrlings- und Arbeiterwohnheim wurde leer gezogen, das Gemeinschaftshaus verfiel. Es blieben aber halbwegs intakte solidarische Strukturen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl erhalten, dank derer bei vielen Gebäuden trotz jahrzehntelanger unterlassener Instandsetzung der völlige Verfall verhindert werden konnte. 

Als 2006 die Wohnhäuser verkauft werden sollten, reifte bei den Bewohner:innen schnell die Idee eines gemeinschaftlichen Kaufmodells, aber der erste Versuch einer eigenen Genossenschaftsgründung musste 2008 aufgegeben werden. 

Alternativ wurde gemeinsam mit der „Bremer Höhe“ eG ein Plan entworfen, Hobrechtsfelde trotzdem genossenschaftlich zu erwerben. Am 1. Januar 2010 wurden die Genossenschaft mit Hilfe der Umweltbank, die auch die Sanierung der Häuser finanzierte, Eigentümerin der Hobrechtsfelder Dorfstraße 1-50.

2025, 15 Jahre später hat sich das anspruchsvollste Bauvorhaben unserer Genossenschaft in  Hobrechtsfelde seit der Sanierung unseres Kernbestandes in Prenzlauer Berg 2001-2003 zu einer besonderen Erfolgsgeschichte entwickelt. 

Die dringend erforderliche Sanierungen der alten Wohnhäuser erfolgte in behutsamer Abstimmung mit den Altmieter:innen, der erste Neubau der „Bremer Höhe“ eG eines Mehrfamilienhauses wurde hier Anfang 2014 fertiggestellt. Der wunderschöne alte Saal im Gemeinschaftshaus wurde restauriert und ist das Zentrum eines neuen Wohnensembles geworden, flankiert von drei Neubauten in Holzrahmenbauweise.

Foto: Lars Borges

Seit 2010 ist die Brandenburgische ehemalige Landarbeitersiedlung in der Gemeinde Panketal an der nördlichen Berliner Stadtgrenze ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie nachhaltig dörfliche Strukturen durch das Genossenschaftsmodell erhalten und entwickelt werden können.

Info
  • 86 Wohnungen
  • 1 Gewerbeeinheit
  • Nutzfläche 6100 m²

Foto: Andreas Teich

Der große Speicher, eines der wenigen verbliebenen Betriebsgebäude des ehemaligen Stadtguts Hobrechstfeldes, ist das Wahrzeichen des Ortes.