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Liebigstraße 15 in Berlin-Friedrichshain

Das um 1900 errichtete Gebäude Liebigstraße 15, am Frankfurter Tor gelegen, ist verhältnismäßig klein, aber fein. Wie viele Häuser im damals vollkommen vernachlässigten Gründerzeitviertel des Friedrichshainer Nord-Samariterkiezes war es nach dem Mauerfall leer gezogen und in einem schlechten Zustand, als es im Juni 1990 besetzt wurde – mehr durch Zufall als durch Absicht. 

Über viele Jahre befand es sich in einem seltsamen  Status der Duldung seitens der kommunalen Wohnungsgesellschaft, stets mit dem Verweis auf eine Rückübertragung an einen baldigen, legitimierten Alteigentümer. Die Bewohner*innen arrangierten sich mit der Ungewissheit, erste Kinder wuchsen in dem Haus auf, nach Phasen großer Fluktuation begann sich die Hausgruppe zu stabilisieren. 

Der angekündigte Eigentümer blieb aus, stattdessen kam eine plötzliche Wendung Anfang 2003 mit der Ansage einer Kaufoption mit einem sportlich kleinen Zeitfenster für die Hausgemeinschaft. Sie ging auf die Suche nach einem Partner.

Nach wenigen turbulenten Wochen wurde die Liebig 15 von der „Bremer Höhe“ eG als erste Erweiterung gekauft, binnen eines Jahres von Grund auf saniert – flankiert durch Selbsthilfe – und konnte 2004 von einer neu aufgestellten Hausgemeinschaft bestehend aus alten Bewohner:innen und neu dazu Gekommenen, die alle Genossenschaftsmitglieder wurden, bezogen werden. 

Der Kern der Bewohner:innen hat sich seitdem kaum verändert, nur neue Kinder, Katzen und ein Hund sind dazugekommen.

Foto: Andreas Döhler
1990 besetzt, wurde die Liebigstraße 15 2003 zum ersten externen Haus unter dem Dach der “Bremer Höhe” eG.

Info
  • 9 Wohnungen 
  • Nutzfläche 850 m²