Foto: Annette Staak
Foto: Annette Staak

Georg-von-Rauch-Haus in Berlin Kreuzberg

Unsere Genossenschaft atmet viel Geschichte und kann viele Geschichten erzählen, aber politischer als die Historie des Georg-von-Rauch-Hauses geht es kaum. 

Es verewigte sich am 8. Dezember 1971 als erstes kollektiv selbstverwaltetes Haus-und-Wohnprojekt in die Berliner Stadtgeschichte, als Jugendliche nach einem Teach-in an der TU Berlin das Schwesternheim des leerstehenden Bethanien-Krankenhauses am Mariannenplatz in Kreuzberg besetzten. 

Für die linke Szene West-Berlins ist das Rauch-Haus zu einem Symbol des selbstbestimmten Lebens und einer herrschaftsfreien Gesellschaft geworden. Natürlich hat auch das Rauch-Haus in seiner mehr als fünf Jahrzehnte bestehenden Existenz viele menschliche und politische Höhen und Tiefen erlebt. 

Wirklich in seiner Gesamtexistenz gefährdet war es nach einem großen Brand im Jahr 2011, der Bezirk und der Hausverein suchten dringend nach einer Lösung, das Haus zu retten und sanieren zu können. Und es gab eine konstruktive Lösung: Die Leute aus dem Rauch-Haus sprachen die Genossenschaft an und im Februar wurde mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, in Kooperation mit dem Trägerverein des Georg-von-Rauch-Hauses ein Erbpachtvertrag abgeschlossen, in dem die „Bremer Höhe“ eG quasi im Auftrag des Bewohnervereins die Sanierung des Hauses im bewohnten Zustand übernahm. 

Mit Fördermitteln des städtebaulichen Denkmalschutzes und mit Hilfe einer ausdauerstarken Architektin wurde das Haus über drei Jahre hinweg saniert. Durch die hohen Anforderungen des Denkmal- und-Brandschutzes wurde das zu einem Kraftakt für alle – mit mehreren Rückschlägen durch weitere Brandanschläge – der sich aber sehr gelohnt hat. 

In einer bunt zusammengewürfelten Gemeinschaft von Alt und Jung leben und arbeiten heute circa 40 Menschen aus verschiedensten Ländern unter dem nun genossenschaftlichen Dach des Rauch-Hauses und es ist immer noch ein wichtiger Bestandteil der Kreuzberger Kiezstruktur. 

Info

circa 40 Bewohner:innen und Nutzende

Nutzfläche 2.400 m²

Foto: Annette Staak
Das Rauch-Haus atmet als erstes kollektiv selbstverwaltetes Wohnprojekt (West)-Berlins seit 1971 Stadtgeschichte, verewigt in dem “Rauch-Haus-Song” von Ton Steine Scherben. Mittels Erbpachtvertrag abgesichert, hat das Haus durch die von der “Bremer Höhe” eG 2012 übernommene Sanierung und die Übernahme der Verwaltungsarbeit seitdem eine gesicherte Perspektive. 

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